Vereinschronik

 

Der Schachverein Homburg-Erbach kann auf eine mehr als 85-jährige Geschichte zurückblicken.

Am 23. September 1932 gründeten 12 Personen, deren Namen leider nicht mehr erhalten sind, im „Sängerheim“ unseren Schachverein „SV 1932 Homburg-Erbach“.

Das erste Spiellokal unseres Vereins war das Gasthaus Stolz. Zwischenzeitlich wurde im „Hotel Bach“ am Homburger Bahnhof gespielt, das jedoch im Krieg zerstört wurde.

Der damalige Vorsitzende Willy Sachs sorgte für den Fortbestand des Vereins und seinen Verbleib im deutschen Schachbund.

Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde der Spielbetrieb wieder im Gasthaus Stolz aufgenommen.

Kurt Schwender, dessen Frau noch bis heute unseren Verein fördert, organisierte 1952 das 20. Stiftungsfest im Gründungslokal „Sängerheim“. Zum ersten Mal wurde mit den heute überall verbreiteten Schachuhren gespielt. Dies war zu der damaligen Zeit ein Riesenfortschritt, denn zuvor musste man, je nach Festlegung, alle drei, vier oder fünf Sekunden ziehen. Die Aufforderung hierzu geschah durch Zuruf „Weiß“ bzw. „Schwarz“ oder mittels Lautsignal durch einen Gong.

Zum 30-jährigen Bestehen organisierte Hans Spies das bisher größte Blitzschachturnier unserer Vereinsgeschichte, das damals in der Erbacher Turnhalle stattfand.

Hans Spies war auch unser erstes Mitglied mit Trainerlizenz und kümmerte sich intensiv um die Ausbildung der Schachjugend.

Unser damaliges Schachlokal „Welsch“ erwies sich als zu klein, und der Schachverein wechselte mit seinem Spielbetrieb in das beliebte „Haus Kiltau“, dessen Eigentümer gleichzeitig Mitglied im Verein war. Einige bekannte Namen langjähriger Vereinsmitglieder aus dieser Zeit sollen nicht verschwiegen werden: Hans Spies, Heinrich Rippel, Josef Barbian, Monika und Horst Schrickel, Karl Eckel, Kurt Ecker, Hans Gradl, Christian Hauswirth, Otto Höchst, Alfons Huwer, Jakob Lang, Willy Sachs, Karl Spies, Kurt Schwender, Harald Clemens, Gustav Gottfreund, Ernst Karls, Heins Klein, Michael Koikow, Willy Lesmeister, Horst Maas, Karl Manderscheid, Karl Schrickel, Gerhard Schmidt, Ernst Hubert, Ferdinand Weber, Kurt Wolf, Karl Zöllner, Engelbert Zorn.

In den Jahren 1968 bis 1970 leitete Willy Sachs den Verein. Er wurde von Heinz Klein (bis 1. Juli 1971) abgelöst, der die Verantwortung dann an Horst Schrickel übergab. Horst Schrickel und seiner Frau Monika, selbst ausgewiesene Schachspielerin, verdankt der Verein auch die beginnende Jugendarbeit, die dann von Hans Spies, Eckehard Wendel, Günter Schiefer, Gerhard Schwenk und Josef Ludwig professionell fortgeführt wurde.

Mit dem leider zu früh verstorbenen Organisationstalent Heinrich Rippel, der 1963 – 64 schon einmal Vorsitzender war, und einer hervorragenden Mannschaft beginnt 1972 der siegreichste Abschnitt unserer Vereinsgeschichte – eine regelrechte Blütenzeit des SV 1932 Homburg-Erbach.

Heinrich Rippel führte der Verein straff, aber demokratisch. Er verstand es, Wachstumsimpulse in den unterschiedlichsten Bereichen der Vereinsarbeit zu initiieren. Gerne erinnern wir uns dabei an die Familienausflüge, die die Mitglieder des Vereins und die Angehörigen genossen. Wenn Arbeit anstand, war Heinrich Rippel in der ersten Reihe zu finden, wodurch er seine Mitstreiter immer wieder anspornte.

Unser Verein hatte damals fast 100 Mitglieder. Die Spielabende waren gut besucht, das Spielniveau erhöhte sich dank der kontinuierlichen Ausbildungsarbeit stetig.

Unser Verein verfügte damals auch über ein monatlich erscheinendes Nachrichtenorgan, die „Erbacher Schachblätter“. Schriftleiter war damals Willy Sachs, Herausgeber Lothar Stalter, der damalige unermüdliche und allseits beliebte Geschäftsführer des Stadtverbands für Sport.

Hochklassige Spieler wie Rolf Gehlen, Heinz Klein, Horst Schrickel, Gustav Gottfreund, forderten und förderten die Nachwuchsspieler. Als einzige Nachwuchsspieler aus dieser Zeit sind uns erhalten: Dr. Andreas Lang und Dr. Christoph Klein als gern gesehene und unverzichtbare Ersatzspieler. Dr. Richard Berthold steht unserem Verein leider nur noch als passives Mitglied zur Verfügung.

Damals spielte der SV Homburg-Erbach in der Saar-Pfalz-Oberliga. Er verfügte mit Alexander Dietrich sowohl über den Saarlandmeister bei den Aktiven als auch über den Saarlandjugendmeister. Landesschülermeister war der talentierte Dr. Richard Berthold. Drei Meisterspieler gehörten zu unserem Verein an: Alexander Dietrich, Udo Rothaar und Hans Joachim Wiwie. Zur Spitze des Vereins zählten die Nachwuchsspieler Manfred Fischer, Siegried Kunz, Gerhard Waldner, Dieter Warken, Volkhard Hetzer, Andreas Lange, Jörg Kühn, Ulrike Tilmany und zwei junge Schüler Michael Wilbert und Frank Gaßner. Diese Spielerriege nahm auf nationalen sowie internationalen Turnieren erfolgreich teil.

Berufliche Veränderungen und das aufgenommene Studium einiger Jugendspieler verteilte unsere Nachwuchsspieler über ganz Deutschland. Die Jugendarbeit erlosch weitgehend.

Die damalige Zeit prägte auch ein häufiger Wechsel der Spielstätte. Der SV 1932 Homburg-Erbach „wanderte“ vom „Haus Kiltau“ in den „Homburger Hof“, die „Hubertus-Schenke“, die „Erbacher Sport- und Spielhalle“, ins „Gasthaus Boßlet“, ins „Katholische Pfarrheim St. Michael“, ins „Nest“ in Erbach, in den „Ratskeller“, in die „Jahnhütte“ und aktuell in das „Haus der Begegnung“, in dem wir uns jetzt sehr wohlfühlen.

In dieser Zeit des Wanderns von Spiellokal zu Spiellokal war auch die Fluktuation bei den Vorsitzenden sehr hoch.

Nach dem Tod von Heinrich Rippel übernahmen folgende Mitglieder das Amt des Vereinsvorsitzenden: Richard Thomas, Kurt Schwender, Jörg Simons, Wolfgang Lang, Heinz Klein und der derzeitige Vorsitzende Markus Backes.

Ohne den unermüdlichen Einsatz von Heinz Klein sowohl als Spieler als auch als Vorsitzender wäre unser Verein damals ganz schlimmen Zeiten entgegengegangen.

Mit der Kulturgemeinde Jägersburg, Abteilung Schach wurde eine Spielgemeinschaft vereinbart, die von Günther Wentz geleitet und vorbildlich betreut wurde und noch wird. Ihm danken wir nicht nur die Überlassung der Räumlichkeiten für unsere Rundenspiele, sondern auch für verschiedene vereinsinterne Festlichkeiten. Günther Wentz beherrscht die Fähigkeit Schach zu spielen, zu gewinnen und gleichzeitig noch drei Mannschaften mit Getränken zu versorgen, wird dabei nie aufbrausend oder unruhig. Ein herzliches Dankeschön dafür, lieber Günther!

In der „Nach-Rippel-Zeit“ hat sich von den Jugendlichen besonders Manfred Fischer sowohl als Turnierleiter als auch als Spieler nachhaltig für den Verein eingesetzt. Michael Wilbert und Frank Gaßner, dessen Vater sich schon als Turnierleiter für unseren Verein engagiert hatte, scheuen keine Kosten und Mühen, wenn es um den Erhalt des Vereins geht. Etwas später trat Markus Backes dem Schachverein 1932 Homburg-Erbach bei. Trotz starker beruflicher und familiärer Inanspruchnahme arbeiten beide im Vorstand mit, Markus als erster und Michael als zweiter Vorsitzender.

Dieses hohe Engagement zeigte auch Dieter Tröß, dem als Spieler, Mannschaftsführer oder Kassierer – rundum als „Schachfeuerwehr“ – nichts zu viel wurde.

Unser ältestes Mitglied Gustav Gottfreund stand bis 2010 als Ersatzspieler zur Verfügung. Sein analytisches Urteil hatte bei uns Gewicht, und das schon seit 1966. Die schachlichen Erfolge von Rolf Gehlen aufzuführen, wäre einige Seiten nötig! Aber einfach gesagt, er kann’s! Rolf ist schon seit 1969 unermüdlich für unseren Verein im Einsatz.

Durch das hohe Engagement von Emil Eitel und die Mithilfe von Uwe Mick und Christoph Pfeiffer, erlebte unser Verein Anfang der 2000er eine Blütezeit unserer Schachjugend! Durch seine „Schulschach AGs“ an verschiedenen Schulen im Raum Homburg, konnten er viele Jugendlichen für das Schachspielen begeistern und wir zählten damals bis zu 32 Jugendlichen! Unter der Leitung von Emil Eitel konnten wir in verschiedenen Altersklassen einige Male die Saarlandjugendmeisterschaften gewinnen.

Mittlerweile haben das Jugendtraining Karl-Otto Jung und Michael Wilbert übernommen. In diesem Jahr werden wir bei der Saarländischen Jugendliga eine U14 stellen.

 

Einmal im Monat findet ein professionelles Training durch den ehemaligen Bundesligatrainer Karl-Otto Jung statt.

 

Aktuell hat unser Verein 44 Schachspieler: 30 Erwachsene und 14 Jugendliche.

 

 

Verfasser: Emil Eiltel (06.10.2007)

Aktualisierung: Michael Wilbert (10.06.2011)

Aktualisierung: Michael Wilbert (27.08.2017)